Dr. Bernd H. Schiffer M.A.

Schweizer Bankenfälle und anderes: spezielle Selbstanzeigeberatung nötig?


In diesen Tagen der Aufregung über die "Banken-CDs" gibt es in allen Zeitungen Hinweise zur Selbstanzeige.

Es ist dringend davor zu warnen, auf Grund solcher Tipps selbstständig zu agieren. Eine professionelle Selbstanzeige muss nicht nur gewissen Formvorschriften genügen. Vor allem muss der steuerstrafrechtlich relevante Zeitraum definiert werden. Normalerweise verjähren Steuerhinterziehungen nach fünf Jahren, aber schon diese Berechnung kann Schwierigkeiten machen (beginnt die Fünfjahresfrist mit Abgabe der falschen Steuererklärung? mit Erhalt des falschen Steuerbescheids? Was ist, wenn überhaupt keine Erklärung abgegeben worden ist? etc.). Eine Selbstanzeige über diesen Fünfjahreszeitraum hinaus, also über das hinaus, was unbedingt nötig ist, stellt in aller Regel einen schwer wiegenden Fehler dar.

Großes Augenmerk ist weiter darauf zu legen, dass die Selbstanzeige so komplett und schlüssig dem Finanzamt vorgelegt wird, dass ohne große Rückfragen veranlagt werden kann. Fehler oder Lücken gefährden den Erfolg.

Unabdingbar ist schließlich eine Liquiditätsplanung - es muss auf Grund möglichst präziser Vorabberechnungen die Höhe der zu erwartenden Steuernachzahlung (plus Zinsen) festgestellt, der Nachzahlungszeitraum geschätzt und dafür entsprechende Liquiditätsvorsorge getroffen werden.

Last not least: die Frage, ob überhaupt eine Selbstanzeige abgegeben werden soll, ist keineswegs immer so eindeutig zu beantworten. Sprechen Sie daher mit einem kompetenten Berater.